Die klassische Reitweise gilt als vorbildlich, weil die gewaltfreie Gymnastizierung und das Eingehen auf Verhaltensweise und Psyche das Pferd vor körperlichen und mentalen Schäden bewahrt.
Diese Reitmethode, die höchste Dressuransprüche bis zur hohen Schule beinhaltet, ist Selbstzweck und nicht Mittel zum Zweck. Die größte Veranlagung für klassische Dressurlektionen zeigen barocke Pferderassen wie Lipizzaner, Andalusier, Lusitanos oder Friesen. Die Gründe dafür sind offensichtlich in der Historie dieser Pferderassen selbst zu finden, die als Produkt einer glanzvollen Zeitepoche hervorgegangen sind und die damalige Einstellung zu Kunst, Schönheit und Adel repräsentieren.

 
Das barocke Zeitalter übt auf viele Menschen auch heute noch eine besondere Faszination aus. Sie begründet sich in dem damaligen Weltbild, das Zeit und Raum ließ für künstlerisches Schaffen und Denken. In dieser Zeitepoche beherrschte der barocke Pferdetyp die Zuchten der europäischen Fürstenhäuser und das Reitverständnis der adeligen Reiterwelt.
Für Kaiser, Könige und Fürsten war es ein selbstverständliches Privileg, an ihren Höfen die Reitkunst auszuüben und ihre edlen Pferde und sich selbst durch hochangesehene Reitmeister ausbilden zu lassen.


Der künstlerische Aspekt als solches lässt sich auch für einen Laien leicht im Ausdruck der Bewegung des Pferdes erkennen, das mit entsprechender Kadenz die unsichtbaren Hilfen seines Reiters völlig harmonisch und losgelassen annimmt und umsetzt. Dass dies nicht nur für den Beobachter ein ästhetischer Anblick, sondern vor allem für den Reiter selbst ein wunderschönes Erlebnis ist, wird wohl kaum jemand anzweifeln.
 

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